Vom 17. bis 22. August fand in der Landessportschule Bad Blankenburg die Ausbildung zum „Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“ statt. 14 Ju-Jutsuka aus der gesamten Bundesrepublik nahmen daran teil. Außergewöhnlich waren ihre Qualifikationen und Expertisen. Lehrreferenten und Lehrteammitglieder einzelner Bundesländer, Fachmann für Arbeitssicherheit, Schulleiter einer Fachschule, Polizeibeamte im Einsatztraining, Rettungsdienstmitarbeiter:innen, um nur einige zu nennen. Eines hatten sie jedoch gemeinsam: hochqualifizierte und erfahrene Ju-Jutsuka. Alle außergewöhnlich!
Nach einer kurzen Begrüßung durch Fritz Schweibold (Referent Gewaltprävention) ging es ans Kennenlernen und „Beschnuppern“ mit Walter und Fritz. Dabei wurde eine außergewöhnliche Methode angewendet: „Wanted“. Anschließend wurde vermittelt, wie man ein Seminar bzw. einen Workshop in Theorie und Praxis durchführen kann. Am Abend standen noch „Sicherheitsvorkehrungen und Fluchttechniken am Arbeitsplatz“ auf dem Stundenplan. Das Thema „Konflikte“ nahm nahezu den gesamten Vormittag ein, bevor am Nachmittag Sonja Rauscher die Teilnehmer:innen mit Selbstbehauptung und Körpersprache sowie Neuem aus der Entspannung auf Kurs brachte. Außergewöhnlich waren dann die Einheiten von Walter Knör, der im Rahmen einer Exkursion zum Ebersteig, Elisabethfelsen und Hünenkuppe auf dem Rückweg am Katzensteig vorbei seine Inhalte vermittelte. Bei den kleinen Wanderpausen wurden immer wieder kurze Technik- und Stoffvermittlungen eingestreut. Diese Exkursion wurde von den Teilnehmenden bei den Rückmeldungen sehr geschätzt. Am Dienstagvormittag ging es um medizinische und pflegerische Themen, die Peter Zehetmaier in gewohnter Weise souverän an die Frau und den Mann brachte. Der Nachmittag war komplett Barbara Eder zu Inhalten aus dem schulischen Kontext und dem Konfliktmanagement vorbehalten. Nach dem Ende des Unterrichts erwarteten die „Grillmeister“ Walter, Rainer und Fritz die Gruppe und versorgten sie mit Grillfleisch, Grillwürsten und Grillkäse. Mit etwas mulmigen Gefühlen kamen dann am Mittwochvormittag einige der Sportler:innen in den Lehrsaal, war doch für die zweite Stunde ein „Leistungstest“ angekündigt, den jedoch alle mit Bravour absolvierten. Den Nachmittag gestaltete Andreas Riederer mit den Schwerpunkten Steuern, Grundlagen der Gesprächsführung, Rhetorik, hilfreiche Medien für Seminare und Workshops sowie weiteren allgemeinen Themen. Bernd Huber, inzwischen auch pensionierter Polizeibeamter, ließ die Teilnehmenden an seinem Erfahrungsschatz zu rechtlichen Themen und dem Aufbau sowie der Durchführung von Szenariotrainings teilhaben.
Flugs war die Woche vergangen und es gab noch den ultimativen Bruchtest und eine Übung zur Gruppendynamik und Sozialverhalten mit Fritz. Auch der Bruchtest war außergewöhnlich. Zarte Hände beförderten Holzteile in den See, die dann aufwändig geborgen werden mussten. Am Freitagvormittag wurden noch einmal Einzelheiten für die Prüfung besprochen, letzte Tipps vermittelt und die Inhalte der Ausbildung noch einmal kurz zusammengefasst. Nach einer Feedbackrunde entließen Walter und Fritz die Teilnehmer in alle Richtungen der Republik. Selbst Tage nach der Veranstaltung kamen noch, auch aus Bayern, Mails mit Dankesschreiben und positivem Feedback.
Alles in allem wieder eine rundum gelungene „außergewöhnliche“ Veranstaltung mit der Erkenntnis, dass es nach der Prüfung im Januar 2026 vierzehn neue Fachwirte geben wird, die ihre Kompetenzen und das erlernte Wissen zielgruppenorientiert umsetzen werden. Deutschlandweit wurden zwischenzeitlich mehr als 100 Fachwirte und Fachkräfte ausgebildet.
Auch im kommenden Jahr wird es wieder eine Ausbildung geben, nämlich vom 16. bis 22. August in Bad Blankenburg. Ein besonderer Dank geht an die Verantwortlichen der Sportschule, die mit viel Geduld und Einsatz die großen und kleinen Bedürfnisse der Teilnehmenden und Referenten erfüllen konnten, und genauso an die Referent:innen (teilweise aus Bayern kommend), die mit großem Engagement und Herzblut „ihre“ Themen vermitteln.
Peter Günther, JJVB; Text und Fotos: Fritz Schweibold








