Vom Kämpfer zum Coach: Fabian Habel startet als neuer BJJ-Landestrainer durch

Seit diesem Jahr bist du bayerischer Landestrainer im BJJ. Wie kam es dazu?

Ich war selbst seit 2021 im bayerischen Landeskader aktiv, habe an vielen Turnieren teilgenommen und es auch immer bis zur Deutschen Meisterschaft geschafft. Dann hat sich eine Veränderung ergeben, weil Stefan Roger als Landestrainer aufgehört hat. Dadurch wurde die Position frei. Der Verband ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich die Aufgabe übernehmen möchte. Ich habe nicht lange überlegt, denn für mich war das eine spannende neue Herausforderung. Vom Sportler zum Trainer zu wechseln hat mir sehr zugesagt und so kam es dazu.

Wie bist du zum BJJ gekommen?

Früher haben wir oft nachts mit dem Team zusammen UFC geschaut. Das war fast schon ein Ritual mit Freunden. Irgendwann haben wir gesagt: Das wollen wir selbst mal ausprobieren. Wir wollten ein bisschen kämpfen und schauen, wie sich das anfühlt. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass mir der Bodenkampf viel mehr liegt als alles, was im Stand passiert. Zum Glück gab es in meinem Ort eine Möglichkeit, ins BJJ zu schnuppern. Ein Freund hat mich mitgenommen. Das ist inzwischen elf Jahre her. Ich bin dabeigeblieben und es macht mir bis heute riesigen Spaß.

Warum sollte man mit BJJ anfangen?

BJJ ist einfach ein großartiger Sport, der viele verschiedene Aspekte vereint. Zum einen trainiert man immer im Team und braucht gute Trainingspartner, um besser zu werden. Gleichzeitig fordert der Sport einen körperlich. Man kann sich in jedem Training an seine Grenzen bringen. Was mir besonders gefällt, ist der technische und taktische Anteil. Es geht nicht nur um Kraft, sondern um Köpfchen. Man kann mit guter Technik und Strategie auch Gegner schlagen, die körperlich überlegen sind. Diese Kombination aus Gemeinschaft, körperlicher Herausforderung und technischem Anspruch macht BJJ für mich zum besten Sport überhaupt. Ich kann mir nichts anderes vorstellen, das ich so lange machen werde, wie es mir möglich ist.

Welche Ziele hast du mit dem bayerischen Landeskader?

Wir stecken bereits mitten in der Saison. Die Bayerische und die Süddeutsche Meisterschaft haben schon stattgefunden und liefen ganz gut. Jetzt wäre es natürlich toll, wenn wir auf der Deutschen Meisterschaft noch die eine oder andere Medaille holen könnten. Das sind die kurzfristigen Ziele.

Langfristig geht es darum, die Qualität im Kader weiter zu steigern. Wir wollen mit guten Lehrgängen dafür sorgen, dass alle Sportlerinnen und Sportler etwas mitnehmen und sich weiterentwickeln. Besonders im Jugendbereich sehe ich noch viel Potenzial. Da möchten wir in den nächsten Jahren große Schritte machen und die nächste Generation heranführen, damit sie später im Erwachsenenkader erfolgreich angreifen kann. Das sind die Aufgaben für die Zukunft, auf die ich mich sehr freue.

Wie kommt man deiner Meinung nach am schnellsten voran?

Da gibt es natürlich verschiedene Wege, aber eines lässt sich nicht umgehen: Zeit auf der Matte. Man muss einfach viel trainieren. Gleichzeitig kann man den Prozess effizienter gestalten, indem man gezielt an spezifischen Situationen arbeitet. Ich persönlich mache das oft so, dass ich mir eine bestimmte Position herausnehme und mir überlege, welche Probleme darin auftreten können. Zum Beispiel: Wie schaffe ich es aus der De La Riva-Position, die Hüfte meines Gegners auf die Matte zu bringen? Dann überlege ich, was mich daran hindern könnte und arbeite genau an dieser Stelle intensiv. Ich nehme mir dafür eine komplette Trainingseinheit oder auch mehrere, um dieses eine Problem zu lösen. Für mich ist das einer der besten Wege, um schnell Fortschritte zu machen.