Echte Champions – Interview mit Sophie Büscher

ECHTE CHAMPIONS mit Sophie Büscher ☕🥋

Jugendwelt- und Jugendeuropameisterin, Weltmeisterin und World Games Siegerin – Sophie Büscher vom TSV Bergen hat im Ju Jutsu eigentlich schon alles erreicht. Uns fällt ehrlich gesagt kaum etwas ein, was sie nicht kann. Trotzdem bleibt sie bodenständig, ehrgeizig und immer für ein lockeres und ehrliches Gespräch zu haben.

Wir haben mit Sophie über Niederlagen, Motivation und ihre schönsten Momente im Sport gesprochen.

Wie gehst du mit Niederlagen um?
Ganz ehrlich: Ich hasse es zu verlieren. Wirklich. Selbst beim Aufwärmspiel. Wenn es passiert, gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten. Entweder ich breche erstmal in Tränen aus oder ich schüttle es irgendwann ab und mache weiter. Denn am Ende muss es immer weitergehen. Auf keinen Fall liegen bleiben. Aufstehen, weitermachen und wieder Vollgas geben. Aber der erste Impuls ist bei mir tatsächlich eher Kategorie „Heulen“.

Was ist für dich das Wichtigste in der Vorbereitung auf einen Wettkampf?
Der wichtigste Punkt ist für mich ganz klar der Ausgleich. Natürlich muss man sich im Training komplett reinhängen, gerade wenn man auf ein großes Ziel wie die World Games hinarbeitet. Das ist im Ju Jutsu wahrscheinlich das größte Ziel überhaupt. Aber genauso wichtig ist es, zwischendurch auch mal abzuschalten. Nach dem Training mit Freunden essen gehen, etwas trinken oder einfach am Chiemsee an der Beachbank sitzen und in den Sonnenuntergang schauen. Diese kleinen Momente zum Durchatmen sind extrem wichtig.

Was war der schönste oder prägendste Moment deiner Karriere?
Ein einzelnes Erlebnis herauszupicken ist gar nicht so einfach. Was für mich am meisten hängen bleibt, ist das Teamgefühl. Obwohl Ju Jutsu eigentlich eine Einzelsportart ist, arbeitet man unglaublich viel im Team. Die Vorbereitung mit dem Nationalteam, sich gegenseitig motivieren, sich hochziehen, wenn die Motivation mal nicht ganz da ist. Und natürlich die vielen lustigen Abende im Trainingslager, zum Beispiel mit Anja im Zimmer, wenn wir wieder mit dem ganzen Team Quatsch gemacht haben. Diese Momente sind genauso wertvoll wie die Medaillen.

Gab es einen Moment, in dem du wusstest, dass du an die Weltspitze willst?
Ein ganz konkretes Ereignis gab es eigentlich nicht. Aber als ich in die Erwachsenenklasse gekommen bin und im Perspektivkader starten durfte, hat sich etwas verändert. Da habe ich gemerkt, dass ich international mithalten kann und es nicht unrealistisch ist, auf dem Podium zu landen. Diese Erkenntnis hat unglaublich motiviert. Ab da waren es viele kleine Momente, die mir gezeigt haben, dass der Weg nach ganz oben möglich ist. Und irgendwann packt einen dann einfach der Ehrgeiz.

Und jetzt: Füße hochlegen?
Ganz so schnell geht das nicht. Ich möchte für den Nationalkader weiterhin eine gute Trainingspartnerin sein, vor allem in der Vorbereitung auf EM und WM. Ich stehe noch immer regelmäßig auf der Matte, weil Training einfach Teil meiner Routine ist. Aber nach und nach werde ich etwas zurückfahren. Ab Dezember beginne ich mit dem Studium und dann füllt sich der Alltag langsam mit neuen Aufgaben und Zielen.

Eines ist aber sicher: Ganz ohne Ju Jutsu wird es bei Sophie Büscher wohl nie gehen. 🥋☕