Am 24. Mai 2026 fanden in Las Vegas/Nevada, USA, die sogenannten „Enhanced Games“ statt. Ins Leben gerufen wurden diese Wettkämpfe mit den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen und Gewichtheben von dem australischen Geschäftsmann Aron D´Souza. Mitgründer war der Milliardär und Biopharma-Geschäftsmann Christian Angermayer.
Den antretenden Sportlern winkten erhebliche Geldprämien – als Gesamtpreisgeld nennen die Veranstalter 25 Millionen USD, jedes Event wurde mit 500.000 USD dotiert, davon 250.000 USD für den jeweiligen Sieger. Das Verbessern eines Weltrekords in bestimmten Disziplinen (Schwimmen 50 m Freistil; 100 m Lauf) wäre mit einer Million USD honoriert worden. Der Preis der Tickets für die rund 2500 eingeladenen Zuschauer ist nicht bekannt.
Wesentlicher Parameter der Wettkämpfe und zugleich die Hoffnung auf hohe Leistungen incl. Verbesserungen bisheriger (Welt-)Rekorde bestand in der Erlaubnis von Doping – Doping wurde sogar empfohlen. Wie die Zeitschrift Stern beschrieb „bekamen acht Wochen lang 38 der 42 teilnehmenden Sportler im Trainingslager in Abu Dhabi einen (…) Cocktail an Mitteln zur Leistungssteigerung“. Es sollen u.a. Testosteron, Erythropoietin (Epo) und andere Wachstumshormone verabreicht worden sein.
Insgesamt wurde nur die Bestzeit eines Weltrekords unterboten – der Grieche Kristian Gkolomeev benötigte für 50 m Freistiel (Schwimmen) 20,81 Sekunden, während der (bisherige) Weltrekord bei 20,88 Sekunden lag. Seine Leistung brachte dem Schwimmer ein Preisgeld von 1.250.000 USD (1 Million für die Verbesserung des Weltrekords, plus 250.000 für die schnellste Zeit). Allerdings waren bei den „Enhanced Games“ die im internationalen Schwimmsport seit 2010 verbannten Schwimmanzüge erlaubt. Weitere 250.000 USD erhielt Gkolomeev für die schnellste Zeit auf 100 m (Schwimmen/Freistiel).
In den insgesamt 22 Wettkämpfen verbesserten zahlreiche SportlerInnen ihre persönlichen Bestleistungen, die aber nicht offiziell anerkannt werden. Der NDR bezeichnete das Event als „Dopingspiele“ und „gefährliche Menschenversuche für viel Geld“. Als „gefährliches und unverantwortliches“ Konzept verurteilte die Welt-Anti-Doping-Agentur das Spektakel. Und Travis Tygart, amerikanische Anti-Doping-Agentur, stellte fest, „Die Macher der Enhanced Games wollen vielleicht schnelles Geld verdienen, aber dieser Gewinn geht auf Kosten von Kindern auf der ganzen Welt, die glauben, dass sie Dopingmittel nehmen müssen, um ihre Träume zu verwirklichen“ (zdf heute). Der Vorstandsvorsitzende der deutschen Nationalen Anti-Doping-Agentur, Lars Mortsiefer, bewertet die Veranstaltung als „ethisch und moralisch absolut verwerflich“.
Zusammenfassend: Ein Spektakel, das absolut nichts mit unserem fairen, doping-freien Ju-Jutsu-Kampfsport zu tun hat.
Peter Günther, JJVB; Text: Helmut Kreppel






