Karl-Heinz Zeitler: Seit über 40 Jahren ein herausragender Ju-Jutsuka

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Aichach / Nürnberg. Die Mitglieder des Ju-Jutsu Verbandes Bayern (JJVB) haben Karl-Heinz Zeitler im Rahmen des Verbandstages 2019 in Aichach einmütig und mit stehendem Applaus zum Ehrenmitglied des JJVB ernannt. Er ist seit über 40 Jahren ein herausragender Ju-Jutsuka, Vorbild und Antreiber im Post SV Nürnberg.

Es war eine sehr verdiente Ehrung für einen herausragenden Ju-Jutsuka, der vor 40 Jahren bereits den 1. Dan Ju-Jutsu erreicht hatte (zuvor trainierte er Judo bis hin zum 1.Kyu), sich in vielfältigster Weise für unser Ju-Jutsu eingesetzt hat und heute noch jede Woche mit Eifer seine Trainingseinheiten hält.

Karl-Heinz, der im nächsten Jahr 80 Jahre alt wird, ist seit über 56 Jahren Mitglied im Post SV Nürnberg, war Mitbegründer der Ju-Jutsu-Sparte innerhalb der Judo-Abteilung des Post SV, Mitbegründer der eigenständigen Ju-Jutsu-Abteilung im Post SV im Jahr 1981 sowie der sportliche Trainingspartner und guter Freund des Abteilungsgründers Werner Patzelt. Beiden wurde gleichermaßen verdient im Jahr 1998 der 6. Dan verliehen. Die vorangegangenen Gürtel haben sie sich immer gemeinsam mit viel Schweiß erarbeitet.

Karl-Heinz war immer mit dabei, wenn Werner irgendeine Unterstützung (sei es bei Veranstaltungen, Verbandsmaßnahmen oder im Training) brauchte, ohne sich jedoch dabei in den Vordergrund drängen zu wollen. Seinem engen Trainingspartner bei vielen Aufgaben zur Seite zu stehen und generell immer für alle Leute im Verein, die ihn brauchen (ohne jemals große Dankbarkeit zu erwarten) mit Rat und Tat da zu sein, das war und ist seine Natur.

Als Polizist hat er auch innerhalb der Polizei viel für unser Ju-Jutsu und dessen gutes Image getan. Als Einsatztrainer für die Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei hat er frühzeitig erkannt, dass ein Wechsel zu Ju-Jutsu für die Bayerische Polizei wichtig ist. Deswegen hat er auch aktiv mitgearbeitet, dass Ju-Jutsu eingeführt und der 3. Kyu für alle Polizei-Auszubildenden Pflicht wurde. Seine Spezialtechniken waren die Bodentechniken in allen Variationen, aber auch sein Drill-Training war berühmt berüchtigt und manches Mal bei seinen Kollegen auch wirklich gefürchtet. ;-)

Was ihn aber auch hier wieder besonders auszeichnete: Er hat von seinen Kollegen im Dienst körperlich und geistig viel abverlangt, aber nie etwas, was er nicht selber zu leisten bereit war!

Er hat als Prüfer im Ju-Jutsu vielen Leuten, bei der Polizei aber auch in den Vereinen, für einen neuen, erreichten Gürtelgrad gratulieren dürfen und war und ist auch immer besonders stolz, wenn seine Schüler Prüfungen gut meistern.

1983 erwarb er die Übungsleiter-A Lizenz und war auch in den verschiedensten Bereichen des Ju-Jutsu aktiv: sei es im Wettkampf (als Landes- oder Bundeskampfrichter) oder als Referent bei Landes- oder Bundeslehrgängen sowie bei Fachübungsleiterausbildungen.

Die Ju-Jutsu-Abteilung des Post SV Nürnberg wurde im Laufe der Jahre (bis heute) mit zu einer der größten Ju-Jutsu-Vereine Bayerns, was auch mit ein Verdienst von Karl-Heinz und seiner Trainerkollegen war. Auch heute noch (seit nunmehr mehr als 45 Jahren) trainiert er und hält seit über 40 Jahren er ununterbrochen Training beim Post SV!

Seine Landestrainertätigkeiten und Kampfrichtertätigkeiten im Verband hat er nun zwar schon aufgegeben, auch ist er seit einigen Jahren schon in der verdienten Pension, aber eines lässt er sich nicht nehmen und da liegt ihm ganz viel Herzblut dran: Er hält jede Woche zwei Trainingseinheiten im Post SV Nürnberg; nicht nur passiv, sondern aktiv. Und manchmal ist er sogar fitter als mancher Jugendliche! Er trainiert die Anfänger der Jugend, da es ihm besonders viel bedeutet, dass Kinder und Jugendliche nicht Opfer von Gewalttätigkeiten werden. Und dann trainiert er noch die Erwachsenen, die keinen weiteren Gürtel mehr anstreben.

Dabei liegt ihm die Jugend besonders am Herzen. Da macht er sich laut seiner Frau immer außerhalb der Trainingszeit viele Gedanken, wie er sein Training weiterhin attraktiv und auf die heutige Zeit angepasst gestalten kann und sei es nur beispielhaft, dass er sich regelmäßig immer neue Aufwärmmusik besorgt und zusammenschneidet, damit alle Ju-Jutsuka gerne sein Training besuchen.

Wenn man das alles und wahrscheinlich noch vieles mehr, was hier nicht aufgezählt wurde, zusammenbringt, erhält man ein leuchtendes, positives Beispiel für unseren Sport und für die Budo-Werte. Das alles verdient allerhöchsten Respekt. Deswegen noch einmal herzlichen Glückwunsch für die verdiente Ehrung des Verbandes zum „Ehrenmitglied des Ju-Jutsu Verbandes Bayern e.V.“ und ein großes Dankeschön für die Treue zum Post SV Nürnberg zu unserer Selbstverteidigungssportart „Ju-Jutsu“.

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Andi Grau / Foto: Jörg Eschenfelder