„Echte Champions“ Zwischen Matte, Regelwerk und Verantwortung: Korbinian Herzog im Interview

Korbinian Herzog ist im Ju-Jutsu weit mehr als nur Kampfrichter. Als engagierter Trainer beim TSV Bergen begleitet er seit vielen Jahren Athletinnen und Athleten auf ihrem sportlichen Weg. Parallel dazu ist er dem Kampfrichterwesen im JJVB seit Langem eng verbunden und kommt regelmäßig bei Wettkämpfen auf bayerischer und deutschlandweiter Ebene zum Einsatz. Seit Kurzem trägt er zudem die internationale Kampfrichterlizenz und ist damit auch auf der großen Bühne des Ju-Jutsu aktiv.

Neben seiner Tätigkeit auf der Matte engagiert sich Korbinian Herzog auch auf Bundesebene. Seit dem vergangenen Jahr ist er im DJJV als „Referent Kampfrichter“ tätig. In dieser Funktion ist er für alle deutschen Kampfrichter/innen mitverantwortlich und wirkt aktiv an der einheitlichen Auslegung und Weiterentwicklung des Regelwerks mit. Damit trägt er maßgeblich dazu bei, dass Wettkämpfe auf nationaler Ebene fair, transparent und nach klaren Standards durchgeführt werden.

Seine beiden Söhne stehen ebenfalls beim TSV Bergen auf der Matte, und auch privat hat Ju-Jutsu eine besondere Bedeutung für ihn: Seine Ehefrau Claudia hat er ebenfalls über unseren Sport kennengelernt. Ju-Jutsu verbindet für Korbinian somit Familie, Leidenschaft und Engagement. Das sind die besten Voraussetzungen für einen Kampfrichter, der den Sport mit Herz und Verstand lebt.

Was ist schlimmer: Ein Kämpfer, der diskutiert oder ein Zuschauer, der glaubt, die Regeln besser zu kennen?
Tatsächlich ist der Zuschauer die größere Herausforderung, denn einen Kämpfer kann man auf der Matte relativ einfach sanktionieren, wenn er nicht aufhört zu diskutieren.

Warum sollte ich Kampfrichter werden?
Als Kampfrichter ist man immer in der ersten Reihe dabei und erlebt die besten Kämpfe aus nächster Nähe.

Was ist die größte Herausforderung als Kampfrichter beim Regeln anwenden?
Die größte Herausforderung besteht darin, im richtigen Moment die passende Regel anzuwenden und dabei stets fair gegenüber den Kämpfern zu entscheiden.

Hast du schon mal versehentlich ein Kampfrichterzeichen im Alltag verwendet?
Ja, das passiert tatsächlich regelmäßig, vor allem beim Schimpfen mit meinen Kindern. Der erhobene Zeigefinger als Verwarnung kommt dann ganz automatisch.

Braucht ein Kampfrichter eigentlich noch Training? So wie ein Athlet sein Athletiktraining?
Auf jeden Fall. Man muss sich auf der Matte absolut sicher sein, und diese Sicherheit erlangt man vor allem durch Vorbereitung und Videoanalysen. Dabei schaut man sich Kämpfe und Situationen genau an, reflektiert Entscheidungen und überlegt, wie man sie verbessern oder bestätigen kann, um das Gelernte anschließend in der Praxis umzusetzen.

Was ist dein Ziel als Kampfrichter?
Ganz klar: Mein persönliches Ziel sind die World Games 2029 in Karlsruhe.


Na, haben dich die Worte von Korbi motiviert und neugierig gemacht? Dann ist jetzt deine Chance!

Werde Kampfrichter/in im JJVB! 🥋👀

Vom 16.–18. Januar 2026 findet in der Sportschule Oberhaching der jährliche JJVB Kampfrichter-Lehrgang statt.
Ob Einsteiger, Interessierte oder Auffrischer alle sind herzlich willkommen!

An diesem Wochenende dreht sich alles um:
✨ Wettkampfregeln
✨ Zusammenarbeit im Kampfrichter-Team
✨ Praxisnahes Lernen mit echten Szenarien

Begleitet wirst du von erfahrenen Kampfrichtern auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene, die ihr Wissen mit Begeisterung teilen und dich Schritt für Schritt in die Welt des Kampfrichterwesens einführen.

🔎 Hast du Lust, den Sport aus einer neuen Perspektive zu erleben?
Dann melde dich formlos per Mail an kampfrichter@jjvb.de

Nach Teilnahme des Lehrgangs besteht für dich keine Verpflichtung, direkt als Kampfrichter zu fungieren! Nach der Maßnahme kannst du erst einmal für dich entscheiden, ob du dich aktiv beteiligen möchtest.

Text: Korbinian Herzog und Social Media Team, Portrait Foto: DJJV