Selbstbehauptung heißt Grenzen setzen – und manchmal beginnt sie mit einem leisen Nein
VORWORT
von Dieter Meyer, Ehrenpräsident Bayerischer Ju-Jutsu- Verband, 9. Dan Ju-Jutsu
Ruby entdeckt zufällig eine Welt, in der Mädchen lernen, sich zu wehren. Sie beobachtet – sie probiert aus – und findet Schritt für Schritt zu ihrer eigenen Stärke.
Genau das erleben viele Mädchen auch im echten Leben, wenn sie einen Selbstverteidigungskurs besuchen oder einen Kampfsport erlernen:
Sie spüren, dass sie mehr können, als sie denken. Sie lernen, ihrem Gefühl zu vertrauen. Und sie beginnen, selbstbewusst durchs Leben zu gehen.
Ju-Jutsu ist ein starker Weg – nicht nur körperlich, sondern auch innerlich.
Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser, dass Rubys Geschichte dir Mut macht. Und dass du vielleicht selbst einmal sagst:
“ Ich kann mich schützen. Ich bin stark.“
Birgit Maria Neubert – Ein Buch, das mit klarer, ruhiger Sprache den Weg zu Mut und Selbstbehauptung zeigt
Birgit Maria Neubert, seit Jahrzehnten in Ju-Jutsu und Selbstverteidigung aktiv, öffnet in ihrem Roman Ruby auf dem Do der Meister die Tür zwischen Fantasie und Dojo. Bekannt für ihr Engagement, Mädchen und Frauen praxisnah zu stärken, überträgt sie ihre Erfahrung in eine literarische Geschichte: präzise beobachtet, nah am Leben und so erzählt, dass aus Angst Haltung wird – und aus jeder Übung ein Schritt auf dem eigenen Weg.

Kurzer Inhalt vom Buch:
Ruby lebt in der geheimnisvollen Welt Milo. Sie ist fröhlich und selbstbewusst – bis Zargel, einer der Zets, sie bedroht. Nach außen geben sich die Brüder freundlich, aber niemand sieht, wie gemein sie wirklich sind. Ruby verstummt. Angst und Hilflosigkeit machen sich in ihr breit.
Da entdeckt sie hinter ihrem Schrank ein kleines Loch. Dahinter liegt ein Dojo, in dem Menschen Kampfsport trainieren – Menschen, die ihr wie Riesen erscheinen. Ruby beobachtet, übt heimlich mit und findet Schritt für Schritt in ihre Stärke zurück. Mit ihrer Freundin Pola lernt sie, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und füreinander einzustehen. Ruby macht sich auf ihren Weg – ihren eigenen Do.
Je sicherer Ruby wird, desto näher kommt sie dem alten Geheimnis um Milo und ihrer Ahnin Leska. Als die Zets wieder auftauchen, weiß Ruby, welchen Weg sie geht.
Eine spannende, warmherzige Geschichte über Mut, Freundschaft und Selbstbehauptung – und darüber, wie wichtig Selbstverteidigung für Mädchen ist.

Interview mit Birgit Neubert vom Medienreferenten JJVB Peter Günther:
Wie kam es zur Veröffentlichung deines Buches?
Durch Zufall wurde der Mentoren-Media-Verlag auf meinen Roman aufmerksam und bot an, diesen zu veröffentlichen und noch mehr, der Verlag hat ihn im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich durfte dort ein Interview geben.

Kurze Umschreibung deiner Person
Mit 7 Jahren startete ich zunächst in der Judo-Kindergruppe in Donauwörth. Nach zwei Jahren wechselte ich ins Ju-Jutsu. Fast 40 Jahre war ich auf der Matte, hauptsächlich mit Ju-Jutsu, aber nebenbei auch ca. 10 Jahre mit intensivem Aikido-Training.
Letztlich hat mich mein Vater, Fritz Palm, mit ins Training genommen. Er selbst war einer der Ju-Jutsu-Pioniere und ab ca. 1973 Prüfungsbeauftragter der DDK-Landesgruppe Ju-Jutsu in Bayern. In dieser Zeit hat er selbst verfasste Heftchen der Prüfungsordnung veröffentlicht, in denen er eigenhändig die Techniken gezeichnet hat.
Die Illustratorin, Gina Reinhardt, hat aus dem Heftchen meines Vaters die Techniken der Ellenbogenstöße verwendet und aus seinen Figuren junge Mädchen gemacht. Mein Vater war unglaublich stolz darauf, dass seine Zeichnungen dem Entstehen der Illustrationen zugrunde liegen. Er ist vor ein paar Wochen leider verstorben.

Birgit, du betreibst aktiv schon sehr lange Ju-Jutsu und Selbstverteidigung. Welcher Auslöser war es, dieses Buch zu schreiben, und wer ist die Person, die Ruby, die in deinem Buch all deine Erfahrungen und dein Engagement, Mädchen und Frauen für die Praxis zu stärken, auf literarischem Weg diese Punkte den Lesern vermittelt?
Mein Vater bot „Selbstverteidigungskurse“ über die Volkshochschule an, um mehr Leute für den Sport zu begeistern. Die teilnehmenden Frauen und Mädchen stellten andere Fragen. Selbstverteidigung für Frauen war damals noch kein Thema und mein Vater bat mich bereits als Jugendliche doch mit den Frauen separat Techniken, vor allem am Boden, zu üben und auch mit ihnen über die Gefahren zu reden und mögliche Lösungen aufzuzeigen. So wuchs ich langsam in das Thema Selbstverteidigung für Frauen hinein. Auch wenn ich schon etliche Jahre nicht mehr aktiv Ju-Jutsu trainiere, meine Kurse gebe ich bis heute.
Der Auslöser für mein Buch ist ganz einfach. Einerseits reizte es mich immer schon, einen Roman zu schreiben. Auf der anderen Seite konnte ich in meinen Kursen viel Erfahrung sammeln, diese wollte ich auch auf einem anderen Weg nutzbar machen. Daraus entstand der Roman.
Willst du mit deinem Werk etwas bewirken oder andere überzeugen?
Ich würde gerne die Neugierde auf die Kampfkünste im Allgemeinen wecken und Ju-Jutsu im speziellen oder Jugendliche dazu motivieren, mal an einem SV-Kurs teilzunehmen.
Außerdem war meine Idee immer, dass ich meine Ruby Schulen anbiete, die es als Schullektüre lesen. Ich könnte dann in die Schulen gehen und mit den Kids etwas üben, Fragen beantworten etc. Vor allem dann, wenn ich in ein paar Jahren in Rente gehe. Wie schön wäre es, wenn es einem Mädchen auf irgendeine Art und Weise helfen würde, einer gefährlichen Situation zu entkommen bzw. sie im Vorhinein zu vermeiden.
Können die im Buch dargestellten Prinzipien deiner Meinung nach so klar erzählt werden, dass junge Leserinnen sie verstehen und eventuell sogar anwenden können?
Als Techniken habe ich z. B. den Ellenbogenstoß und den Hammerfaustschlag ausführlich erklärt und auch, wie man sich hinstellt, damit man nicht so leicht umfällt. Kompliziertere Techniken lassen sich nicht nach einem Buch lernen. Aber darauf kommt es nicht an. Ich habe viel über starkes Auftreten geschrieben, darüber kein leichtes Opfer zu sein und auch, wie einem das im Alltag helfen kann und vor allem, wie man das auch im Alltag trainieren kann.
Versuchst du, mit den verschiedenen erklärten Techniken, einen bestimmten Weg oder verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen?
Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist erstmal, eine Gefahr wahrzunehmen, den eigenen Alarmsignalen zu glauben und nicht naiv zu denken, dass man sich die Gefahr gerade nur einbildet. Mit etwas Glück gibt es noch die Chance, aus der Situation rauszukommen, zum Beispiel durch Flucht oder jemand anderen anzusprechen usw. Ist das nicht mehr möglich, dann zeige ich, sich innerlich zu rüsten, bereit zu sein sich zu wehren, die Energie der Angst in Wut umzuwandeln und dass es, wenn es zum Äußersten kommt, auch in Ordnung ist, sich zu wehren. Aber auch über die Verhältnismäßigkeit der Gegenwehr in Bezug auf die Stärke der Gefahr steht etwas in meinem Buch.
Kann es sein, dass durch deine jahrzehntelange „Matten-Arbeit“ dein Roman aus dieser Praxis entstanden ist?
Genauso ist es! In den Selbstverteidigungskursen nehme ich wahr, dass die Mädchen und Frauen oftmals die gleichen oder ähnlichen Fragen, Unsicherheiten und Zweifel plagen. Natürlich habe ich durch mein eigenes Training, durch langjährige Praxis in den Kursen, durch JJ-Lehrgänge etc. meine Methode gefunden, mit den Teilnehmerinnen hier einen Weg zu gehen. In die Szenen der Fantasy-Geschichte habe ich Gespräche aus echten SV-Kursen gepackt sowie meine Tipps, die ich in der Rolle als Trainerin geben kann.
Können die verschiedenen Taktiken der angeschlagenen Heldin durch den „Do der Meister“ ihre Lage verbessern?
Absolut, denn Ruby und ihre Freundin haben keine Lösung, keine Vorbilder, vertrauen sich niemandem an und stolpern mutlos in die nächste Gefahrensituation. Sie verstummen und werden handlungsunfähig. Durch das Beobachten verschiedener Kampfsport-Trainings in dem Dojo, in das Ruby schauen kann, realisiert sie zum ersten Mal, dass es möglich ist, dafür zu trainieren. Sie lernt z. B. mit einer Gruppe junger Schülerinnen mit. In ihr wächst eine andere Einstellung, sie wird mutiger und macht sich auf ihren ganz persönlichen Weg – ihren Do.
Kann man deine sachlichen und alltagsnahen Erzählungen in die Wirklichkeit mitnehmen?
Ich denke schon, es stecken konkrete Anleitungen drin, wie man beispielsweise eine starke Körperhaltung üben kann oder auch wie man üben kann, jemanden beim Sprechen in die Augen zu sehen.
Deine Geschichte spricht junge Kampfsport-Fans an. Aber können deine Ausführungen auch andere und wenn ja wen inspirieren oder auch identifizieren?
Ich denke, es kann alle jungen Mädchen ansprechen. Diejenigen, die eh schon Kampfsport begeistert sind, nach dem Motto „Ha! Das habe ich auch schon gelernt oder ich weiß ganz genau, was gemeint ist.“ Aber auch solche, für die das Thema vollkommen neu ist. Ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser sich hineindenken und schließlich etwas für sich mitnehmen und wenn es nur eine einzige Szene wäre, die sie besonders einfängt. Ich habe aber auch schon sehr positives Feedback von erwachsenen Frauen bekommen.
Warum sollte man deiner Meinung dieses Buch unbedingt lesen?
Weil es unterhaltsam ist durch die Fantasy Geschichte drum herum und dadurch nicht belehrend wirkt – zumindest hoffe ich das. Letztlich wird es bei jeder Leserin, jedem Leser etwas anders ankommen.
Das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in meinem Roman hoffentlich so verpackt, dass man damit umgehen kann, obwohl man am liebsten nicht hinsehen möchte. Und mit ein bisschen Glück könnte es dem ein oder anderen Mädchen helfen, die Augen zu öffnen und wahrzunehmen, dass auch in ihr Mut und Stärke steckt.
Kann das Buch letztendlich auch als eine Art „Wegweiser“, Nachschlagewerk und Unterstützung für Training, Alltag und bestimmte Situationen sein?
Das halte ich für zu hoch gegriffen, aber es wäre schön, wenn mein Roman eine weitere Möglichkeit darstellen würde, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und Mut zu machen. Als Motivation oder schönes Beiwerk zu einem Selbstverteidigungskurs kann ich mir das auf jeden Fall vorstellen.











