Ziele des „Talentpunkt-“/Nachwuchsprojekts:
- Der Ju-Jutsu Verband Bayern e.V. fördert mit dem Projekt „Talentpunkt“ Vereine, um Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene aus dem Breitensport für ein leistungsorientiertes Training im Duo-Wettkampf zu gewinnen.
- Ein Projektteam unterstützt die Vereine, um die Synergieeffekte im Training für die Gürtelprüfung und der Disziplin Duo zu erkennen, ohne dass das Breitensporttraining in den Hintergrund treten muss, da es durch die Technikbewertung im Duo (ähnlich einer Gürtelprüfung) darauf aufbaut.
- Trainer aus dem Breitensport, die Talente bei den Mitgliedern in den Vereinen für den Leistungssport und auch deren Eltern zu begeistern.
- Aufgrund der Nähe der Technikausbildung im Breitensport zur technischen Bewertung in der Wettkampfdisziplin Duo-Wettkampf sollen mehr Trainer aus dem Breitensport gewonnen werden, die die Talente in den Vereinen für den Leistungssport und auch deren Eltern begeistern sollen.
- Dadurch soll der Einstieg ohne Mehraufwand in den Leistungssport erleichtert werden, sowie der Austausch und das Miteinander statt eines Neben- oder Gegeneinanders gefördert werden.
Drei an dem Nachwuchsprojekt des JJVB teilnehmende Talentpunkttrainer/Trainerinnen, Susanne Fuchs vom TV Büchenbach, Julia Winkelmann vom Ju-Jutsu Herzogenaurach e.V. und Maik Bauer vom SV Falkenfels, deren Duo-Paare an ihrem ersten Wettkampf (Nikolausturnier 2024) teilgenommen haben, wurden vom Medienreferenten JJVB Peter Günther zu einem Interview eingeladen.



Warum habt Ihr Euch entschieden, am Nachwuchsprojekt teilzunehmen?
Susanne: Fördermöglichkeiten für unsere Jugendlichen.
Julia: Zur Förderung talentierter Sportler, die kein Interesse am Fighting haben.
Einschleifen von Techniken bei jungen Teilnehmern → Steigerung der Qualität der Gürtelprüfungen.
Maik: TeilnehmerInnen meines Ju – Jutsu-Trainings wollten gerne an Turnieren im Ju – Jutsu teilnehmen und ließen sich schnell für Duo begeistern. Als Trainer freut es mich sehr, diese Sparte des Ju – Jutsu unterstützen zu können.
Wie habt Ihr von dem Projekt erfahren, und was hat Euer Interesse geweckt?
Susanne: Homepage JJVB und anschließende Abstimmung im Büchenbacher Trainerteam.
Julia: Durch den TV Büchenbach. Einmalige Teilnahme beim TV Büchenbach von nur mir, ohne Talentpunktverein zu sein. Dadurch das Projekt kennengelernt und es als gut für einige Teilnehmer aus unserem Verein empfunden.
Maik: Auf der Suche nach Ju -Jutsu Videos im Internet bin ich nicht nur auf Fighting Turniere, sondern eben auch auf Duo Turniere gekommen. Daraufhin habe ich beim JJVB angefragt und wurde auf das Projekt aufmerksam gemacht.
Gab es ein bestimmtes Ziel, das Ihr durch die Teilnahme erreichen wolltet?
Susanne: Förderung unserer Jugendlichen mit Technikkombinationen, die sowohl fürs Gürtelprogramm als auch fürs Duo sinnvoll sind.
Julia: Teilnehmer zu einem/mehreren Turnieren führen. Wieder stärkeres Interesse für den Leistungssport allgemein wecken.
Maik: Gemeinsam mit meinen TeilnehmerInnen wollte ich einen Einblick bekommen, wie die Techniken eingeübt und am besten umgesetzt werden können, um bei späteren Wettbewerben erfolgreich teilnehmen zu können.
War Euer Ziel, durch die Projektteilnahme bestimmte Fähigkeiten oder Qualifikationen zu erlangen oder Kontakte und Netzwerke aufzubauen?
Susanne: Das war zwar nicht mein eigentliches Ziel der Aktion, Adam und Tom sind super motiviert dabei und diese Leidenschaft springt auf alle Teilnehmenden über.
Julia: Fähigkeiten: Bessere Kenntnis des Regelwerks Duo und der Anforderungen für einen Wettkampf.
Maik: Mein Ziel als Trainer war und ist es, meinen Trainingshorizont zu erweitern, um allen meinen Trainingsteilnehmer/innen gerecht zu werden und ihnen unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten anzubieten.
Hattet Ihr vorab bestimmte Erwartungen an das Projekt? Wenn ja, wurden diese erfüllt?
Susanne: Erwartungen hatte ich keine, es war eher Neugierde. Daher war ich umso positiver vom Projekt überrascht – das liegt hauptsächlich an Tom und Adam.
Julia: Vor der ersten Teilnahme nicht wirklich. Die Trainer gehen aber auf Anfragen und Wünsche der Teilnehmer ein.
Maik: Nein, nur die bereits beschriebenen und diese wurden mehr als erfüllt.
Welche Aspekte des Projekts findet Ihr besonders wertvoll?
Susanne: Die Art und Weise, wie Adam und Tom die Jugendlichen immer wieder zu Höchstleistungen motivieren. Zahlreiche Trainingsoptionen, die ich als Trainerin gerne ins Heimtraining einbaue. Kontakt zu anderen Jugendtrainern für Erfahrungsaustausch etc.
Julia: Die Vernetzung mit anderen Talentpunktvereinen und die gute Gestaltung der Einheiten, bei der alle teilnehmen und etwas mitnehmen können, aber keiner überfordert wird (Anfänger und Fortgeschrittene).
Maik: Es war beeindruckend, wie Adam und Tom ihren immensen Erfahrungsschatz an die Kids und auch an die Trainer weitergegeben haben. Auch der Austausch zwischen den Kids aus den unterschiedlichen Vereinen war eine sehr große Inspiration und Bereicherung für jeden Einzelnen.
Welche besonders beeindruckenden Momente und Herausforderungen habt Ihr bei der Arbeit mit Nachwuchssportlern erlebt und konntet Ihr ggf. diese Herausforderungen bewältigen?
Susanne: Beeindruckt hat mich Adams Unterstützung beim Nikolausturnier – die Halle war brechend voll, er hat sich trotzdem ganz rührend um uns gekümmert!
Julia: Ein Teilnehmer musste dreimal verletzungsbedingt den Partner wechseln. Trotzdem war er so motiviert, dass er am Nikolausturnier angetreten ist und möchte bei weiteren Turnieren starten (vermutlich wieder mit einem anderen Partner).
Maik: Eine der größten Herausforderungen ist für mich der Partnerwechsel, wenn sich ein eingespieltes Team auf eine neue Trainingsperson einstellen muss.
Viele haben Angst Duo Wettkampf auf Grund des angeblich höheren Aufwands ins Vereinstraining zu integrieren. Hattet Ihr auch diese Angst? Waren diese Ängste berechtigt?
Susanne: Das Duo-Training lässt sich (teilweise sogar unbemerkt) gut ins Training integrieren. Sorge macht mir eher die doch zahlreichen zusätzlichen Termine: Talentpunkttrainings, Lehrgänge in der Sportschule, Wettkämpfe. Das stellt für mich tatsächlich ein ZEIT-Problem dar, hier strebe ich ein Elterngespräch an – diese will ich mehr einbinden, um selbst nicht so „gebunden“ zu sein.
Julia: Da wir eher ein Fightinlastiger Verein sind, gestaltet sich das Ganze nach wie vor schwierig, da ich ziemlich allein dastehe. Die Trainer der Altersklasse U10 sind der Meinung, die Kinder sind zu jung/unkonzentriert. Bei den Größeren wird mehr in Richtung Fighting gepuscht.
Maik: Diese Angst hatte ich nicht, weil ich mich gerne auf Neues einlasse und dafür auch Zeit investiere.
Könnt Ihr (bereits) feststellen bzw. erwartet Ihr, dass sich durch den Einstieg in das Duo-Projekt auch positive Veränderungen für Gürtelprüfungen ergeben, da ja bei Beidem auf die Technik und das Angriffsverhalten abgezielt wird?
Susanne: Verbesserung der Technik, dem Angriffsverhaltens sowie des Gesamteindrucks (z. B. Körperspannung, Kiai, …) sind sichtbar.
Julia: Auf jeden Fall, durch die stetige Wiederholung der Techniken mit dem Ziel Turnier verbessern sie sich deutlich mehr als beim durchschnittlichen Techniktraining.
Außerdem wird die Körperspannung und die „Fallbereitschaft“ deutlich verbessert.
Maik: Ja. Ich habe schon den Eindruck, dass die Kids vom Duo aufgrund der häufigen Einübung und Wiederholung der relevanten Techniken, bei unserer Gürtelprüfung im Dezember durch besonders sauber ausgeführte Angriffe und Techniken positiv herausgestochen haben.
Konntet/Könnt Ihr (bereits) Veränderungen bei Eurem Sportler/innen feststellen?
Susanne: Leider habe ich „nur“ ein aktives Duo-Paar, die Fortschritte sind schon sehr deutlich geworden! Ich hoffe nun auf mehr Beteiligung der restlichen Trainingsteilnehmenden, die diese Verbesserung ebenfalls wahrnehmen.
Maik: Ja, diese sind mit noch mehr Ehrgeiz und Begeisterung dabei. Außerdem ist der Kontakt der Paare miteinander intensiver geworden.
Hat sich im Verein die Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten, wie z.B. Eltern oder andere Sportler/innen die nicht teilgenommen haben, verändert?
Susanne: Bisher nicht wahrgenommen
Julia: Es gab Eltern, die zum Schnuppertraining kamen, da sie es so toll fanden, was ihre Kinder beim Turnier gezeigt haben. Viele Eltern/Teilnehmer haben Interesse an weiteren Turnieren/Maßnahmen und möchten informiert werden.
Maik: Ja, die Eltern habe uns auf die Talenttrainings begleitet und auch beim Ausrichten unseres eigenen Talentstützpunktes tatkräftig unterstützt.
Wie denkt Ihr, wird die Teilnahme an diesem Projekt Eure zukünftige Vereins- und/oder Trainertätigkeit weiter beeinflussen?
Susanne: Trainerkompetenz wird verbessert, tolle Trainingsideen können im Heimtraining einfließen. Duo-Trainings-Einheit wurde etabliert. Mehr zusätzliche WE-Termine
Julia: Mein Fokus als Trainer wird in Richtung Duo-Leistungssport und nicht mehr Breitensport gehen (auf Grund von begrenzter Zeit). Ich wurde auch bereits als Nachfolger im Ressort Wettkampf in unserem Verein besetzt, da ich die Talentpunkttrainings von unserer Seite organisiert habe.
Maik: Auch wenn es mit viel Freizeit und Aufwand verbunden ist, werde ich mit vollem Elan dabeibleiben. Als Trainer konnte ich am Erfahrungsschatz der Projektleiter und der Teilnehmer profitieren und meine persönlichen Kompetenzen verbessern.
Welche konkreten Schritte plant Ihr als nächstes, basierend auf den Erfahrungen aus dem Projekt?
Susanne: Ich möchte die Eltern mehr einbinden, um z. B. Trainingsfahrten eigenständig zu organisieren. Zeitlicher Aufwand ist für mich allein nicht leicht zu stemmen. Erworbene Duo-Trainer-Erfahrungen aus den Talentpunkt- und Kadertrainings fließen ins eigene Training mit ein.
Julia: Teilnahme an nordbayrischer, bayrischer und süddeutscher Meisterschaft und entsprechende Gürtelqualifikation der Sportler.
Maik: Ich möchte weiterhin Kaderlehrgänge mit den Kids besuchen und sie in ihren Trainingseinheiten unterstützen.
Ist aus Eurer Sicht ein zusätzlicher Aufwand für die Förderung Eurer Sportler notwendig? (Wenn ja, welcher?)
Susanne: Es gibt ausreichend Förderungsangebote, die ich gar nicht alle wahrnehmen kann: Daher nein, kein weiterer Aufwand notwendig
Julia: Von Seiten des Verbands nein. Intern haben wir ein separates Duo-Training angesetzt, welches zusätzlich zum normalen Training besucht werden soll.
Maik: Nein. Wir können die Trainingseinheiten gut in unser Training einbinden.
Was hat Euch an der Organisation und Durchführung des Projekts gefallen?
Susanne: Die Teilnahme an Kaderlehrgängen hat meine Mädels schwer beeindruckt, hier konnten sie sehen, wie richtig gutes Duo aussieht! Das kannten sie noch gar nicht und hat sehr motiviert!
Julia: Dass die Trainer auf die Einzelnen Sportler je nach Leistungsstand individuell eingegangen sind. Einfache Kommunikation und Abstimmung von Terminen mit „unkomplizierter“ Anmeldung (ungefähre Teilnehmerzahl reicht).
Maik: Die offene und familiäre Atmosphäre während des Projekts hat mich sehr gut gefallen und hat uns allen eine aktive Teilnahme erleichtert.
Welche Verbesserungen würdet Ihr für das laufende Projekt vorschlagen und wie könnte der Nachwuchs Eurer Meinung nach noch stärker gefördert werden?
Susanne: Ich finde das Projekt so wie es ist, toll!
Julia: Evtl. ein vom JJVB organisiertes Turnier für die Nachwuchssportler (wir haben 2024 ein Vereinsturnier durchgeführt, und wurden hier auch super unterstützt und konnten hier auch Falkenfels und Wallersdorf begrüßen). Beim Nikolausturnier mussten einige Teilnehmer leider direkt gegen Bundeskaderathleten antreten, was nicht für jeden motivierend ist, bei einem Anfängerturnier.
Maik: Momentan fallen mir keine ein.
Findet Ihr die angebotenen Inhalte und die Unterstützung angemessen, um Eure Ziele zu erreichen?
Susanne: Es werden mehr Trainingsmöglichkeiten angeboten, als wir wahrnehmen können. Die Unterstützung von Adam und Tom ist absolut super. Da wir eigentlich „ohne“ Ziele und Erwartungen gestartet sind, bin ich von Beginn an nur sehr positiv überrascht vom Projekt Talentpunkt.
Julia: Ja, auf jeden Fall.
Maik: Ja.
Wie würdet Ihr Eure Teilnahme in einem Satz zusammenfassen?
Susanne: Bereicherung für Jugendliche und auch deren Trainer
Julia: Bis jetzt ein großer Erfolg mit 4 Paaren auf dem Nikolausturnier und gespannt, was die Saison 2025 mit der Unterstützung bringen wird.
Maik: Die Teilnahme war für die TeilnehmerInnen und mich eine großartige Erfahrung und eine enorme Bereicherung.
Was habt Ihr als Trainer durch die Arbeit mit Nachwuchssportlern im Bereich Breiten- und Leistungssport für Euch mitgenommen?
Susanne: Neue Trainingsanreize und -methoden. Erhöhter Zeitaufwand durch zusätzliche Trainingstermine
Maik: Viele interessante Möglichkeiten, das Training in Zukunft noch abwechslungsreicher und verständlicher zu gestalten.
Welche Ziele habt Ihr selbst als Trainer für die Zukunft?
Susanne: Abwechslungsreiches Training für alle, das Duo-Training möchte ich auch z. B. meinen Erwachsenen näherbringen. Mit Duo-Training sehen auch einfache Grundlagen-Techniken klasse aus (mehr Körperspannung, Dynamik, Kiai,…).
Julia: Weiterhin Nachwuchs fürs Duo begeistern zu können und die aktuellen Sportler so gut wie möglich zu unterstützen.
Maik: Dieses Jahr möchte ich die Ausbildung zum Übungsleiter C im Leistungssport absolvieren, um den Kids noch besser die Techniken vermitteln zu können, damit sie erfolgreich an Turnieren teilnehmen zu können.
Würdet Ihr das Projekt anderen empfehlen? Wenn ja, warum?
Susanne: Das Projekt ist jedem zu empfehlen, der dynamische JJ-Techniken auf der Matte haben möchte – und wer möchte das nicht??? Super Sache, ich kann Adam und Tom an dieser Stelle schon wieder nur loben!!! Diese Leidenschaft springt über und motiviert alle auf der Matte. Lieben Dank Euch beiden nochmal.
Julia: Ja, wenn Interesse am Leistungssport-Duo besteht. Da es die Hürde zur ersten Turnierteilnahme für Trainer und Sportler senkt und etwas Sicherheit gibt.
Maik: Ja, durch das Projekt profitieren die Kids, lernen viel Neues, werden angespornt, zu weiterzuentwickeln und ihr Teamgeist wird gefördert.
Archivbilder:




Ansprechpartner Duo:
Vinzenz Oschmann
voschmann@t-online.de
Adam Paszkiewicz
ga.paszkiewicz@t-online.de
Peter Günther, JJVB; Info: Landestrainer Duo; Fotos: Jens Nöding








