Volle Matte und ein großes Herz

Über 7.000 € beim Benefiz-Lehrgang in Germering

Ein Lehrgang mit neuen Rekorden!

Am Samstag, dem 18.04.2026, durften wir in Germering zusammen mit dem SV Esting e. V. unseren 16. Benefizlehrgang ausrichten – und das mit einem neuen Teilnehmerrekord: 138 Ju-Jutsuka standen gemeinsam auf der Matte. In der Turnhalle der Kerschensteiner Volksschule wurde vier Stunden lang intensiv und praxisnah an realistischen Selbstverteidigungssituationen gearbeitet.

Als Referent konnten wir Stefan Matthießen (6. Dan Ju-Jutsu) aus Wolfsburg begrüßen. Stefan ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Selbstverteidigung  (AG SV) des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes und Mitglied im Lehrteam. Nach einem kompakten Theorieteil zu Konfliktentwicklung, Deeskalation und Konfliktvermeidung ging es direkt in die Praxis: Unter realitätsnahen Bedingungen wurden Angriffe unter Stress, Schlag- und Trittsituationen sowie Messerbedrohungen – selbstverständlich mit Trainingsattrappen – sicher geübt. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die bewusst gewählte Alltagskleidung dar: T-Shirt, Sporthose und Hallenschuhe ersetzten den Ju-Jutsu-Anzug und machten deutlich, wie sehr dieser im Training sonst unterstützt.

Neben dem sportlichen Aspekt stand vor allem der Benefizgedanke im Mittelpunkt: Sämtliche Einnahmen und Spenden kommen der Stiftung Kinderherzen zugute. Marion Hochwimmer war den gesamten Tag über vor Ort, und gemeinsam konnten wir uns über eine beeindruckende Rekordsumme von über 7.000 Euro freuen. Dieter Meyer (9. Dan Ju-Jutsu) erinnerte zudem daran, dass durch die Benefizlehrgänge in Germering mittlerweile mehr als 50.000 Euro für wohltätige Zwecke gesammelt werden konnten.

Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Referenten Stefan Matthießen, der sich mit großem persönlichem Einsatz und ehrenamtlichem Engagement die Zeit genommen hat, sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben und der Einladung nach Germering gerne gefolgt ist. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei allen Teilnehmenden, Helferinnen und Helfern sowie beim Orga-Team des SCUG e. V. (Abteilung Karate und Ju-Jutsu) und beim SV Esting e. V. – ohne euch wäre ein solcher Tag nicht möglich.

Lehrgangs-Ablauf 

 Teil 1: Deeskalation beginnt im Kopf
Der Lehrgang startete mit einem theoretischen Fundament. Per PowerPoint-Präsentation wurden die Entstehung von Konflikten und die Möglichkeiten der Deeskalation beleuchtet. In 3er-Teams wurde es direkt praktisch: Bei der Übung „Du hast mein Bier verschüttet!“ trainierten die Teilnehmer das „Aktive Zuhören“. Die wichtige Erkenntnis: Nicht jede Situation ist deeskalierbar, aber Deeskalation fängt immer bei einem selbst an.

Teil 2: Techniktraining – Einfach und effektiv
Nach einem dynamischen Warm-up zu Musik ging es an die technischen Grundlagen. Stefan Matthießen betonte den Unterschied zwischen Prüfungs-SV und der Realität auf der Straße. Trainiert wurde ausschließlich aus dem Parallelstand – ohne Kampfstellung, direkt aus dem „Gestikfenster“.

  • Abwehr von Schlagangriffen: Fokus auf Blocktechniken mit massiven Mehrfachkontern (Handballen & Knie).
  • Fußstoß-Abwehr: Verschiedene Ausweichbewegungen und Handfeger, gefolgt von konsequentem Abschluss.
  • Erster Stresskontakt: Verteidiger mussten sich auf Signal umdrehen und sofort auf einen Angriff reagieren.
  • Teil 3: Fokus Messerabwehr
    Nach spielerischen Elementen wie dem „Kuhstall“ oder „Two dogs, one bone“ wurde die Intensität gesteigert. Besonders beeindruckend war die Übung, bei der 30 Übungsmesser in der Menge kreisten und auf Signal sofort angegriffen wurde. Trainiert wurde die Abwehr gegen die gefährliche „Nähmaschine“ (Mehrfachstiche zum Unterleib) sowie Schnittangriffe von innen und außen.

Teil 4: Die Stressdrills – Die Halle bebt
Den Höhepunkt bildeten die Stressdrills. 46 Dreier-Teams verteilten sich entlang der Hallenwände. Das Szenario: Ein Verteidiger bearbeitet unter Vollast ein Schlagpolster am Boden, um den Puls in die Höhe zu treiben. Auf Signal: Ruheposition, Augen zu. Auf das nächste Signal erfolgte der Angriff durch einen unbekannten Partner. Drei Durchgänge pro Teilnehmer forderten die letzten Kraftreserven und simulierten die körperliche Belastung einer echten SV-Situation.

Ein runder Abschluss für die Kinderherzen

Trotz der hohen Intensität kam der Spaß nicht zu kurz. Mit der Konzentrationsübung „Apple, Orange, Banana“ wurde die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zum Abschluss noch einmal spielerisch gefordert – mit großem Erfolg und viel Gelächter.

Peter Günther, JJVB; Texte: Eike Sommer, Tabitha Goricki-Eickel; Bilder: Tanja und Uwe Wolff, Dennis Butler