Vom 23.-27.Oktober fanden sich knapp 800 der besten Ju-Jutsu Athleten und Athletinnen aus fast 60 Nationen in Heraklion auf Kreta ein, um die Weltmeistertitel untereinander auszukämpfen. Mit dabei waren vom deutschen Team 60 Kämpfer, darunter aus Bayern zwei Fighter und fünf Fighterinnen.
Letztendlich holte das bayerische Team insgesamt drei Bronzemedaillen, Sophie Büscher, Anja Guercke, Annalena Bauer und leistete entscheidenden Beitrag zur Silbermedaille bei den Team-Wettkämpfen, sowie dem vierten Platz im Medaillenspiegel. Zudem sicherten sich die Landestrainerin Franziska Freudenberger und Sophie Büscher die Qualifikation für die World-Games 2025 in Chengdu (China).
Bei den Master-Wettkämpfen mit über 170 Teilnehmern aus 40 Nationen traten weitere 5 deutsche Starter an. Und die erfahrenen Bayern lieferten stark ab, so holten Andrea Plefka (Masters 2+3, Fighting -52kg) und der ehemalige Landestrainer Wolfgang Heindel (Masters 2, BJJ -85kg) jeweils verdiente Goldmedaillen. Der ehemalige Bundeskaderathlet Christian Dummer (Masters 3, +94kg) konnte sowohl im BJJ, als auch im Fighting glänzen und sicherte sich jeweils den zweiten Platz. Auch der bayerische Vizepräsident Breitensport Harald Mehnert zeigte sein Können auf der Weltmeisterschaft in der Klasse Masters 4 BJJ -77kg und holte den 7. Platz. Ein besonderes Dankeschön an Andrea Pflefka, welche seit einiger Zeit die Organisation für die deutschen Starter bei Masters-Wettkämpfen übernimmt.
Im Anschluss an die Wettkämpfe der Erwachsenen, durften sich vom 29.10 – 3.11 auch die besten Athletinnen und Athleten der Altersklassen U16, U18 und U21 messen. Mit dabei waren bei den über 1300 Startern auch 10 bayerische Fighterinnen und Fighter. Diese zeigten durch die Bank richtig starke Leistungen und waren mit 2x Gold, Jennifer Hartock und Jonathan Jost, 2x Silber, Sebastian Glöckl und Julia Köhler und 2x Bronze, Clara Hartel und Viola Fritsche, eines der erfolgreichsten Bundesländer des DJJV.
Die weiteren guten Platzierungen der bayerischen Kämpfer und Kämpferinnen wurden erzielt in den folgenden Klassen:
- Platz Nadine Rameckers (U21 -70kg)
- Platz Vincent Jost (U18 -77kg)
- Platz Stella Hartel (U16 -57kg)
- Platz Luis Schwenkert (U18 -69kg)
Fazit
Für das bayerische Team war es letzten Endes ein gutes Turnier. Auch die Jugend konnte sich stark präsentieren, zeigte großes Potential und lässt noch einiges für die Zukunft erwarten.
Doch jetzt geht es erstmal in die verdiente Pause, damit man dann 2025 mit Vollgas in die Lehrgänge und Turniere reinstarten kann! Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team.
Hier die detaillierten Kampfabläufe unserer erwachsenen Fighter:
- Platz
Frauen -57kg: Sophie Büscher, amtierende EM-Dritte, legte einen beeindruckenden Start in das Turnier hin und zeigte nach einem Freilos in Runde 1 ihren beiden Gegnerinnen Arosemena (PAN) und Malieva (Russin unter neutraler Flagge) danach mit überzeugenden Full-House Siegen die Grenzen auf und unterstrich ihre Medaillenambitionen. Im Halbfinale musste sie sich dann in einem spannenden Kampf der späteren Weltmeisterin Genevieve Bogers aus den Niederlanden geschlagen geben. Der Kampf um Platz 3 war dann wiederum eine sehr überzeugende Angelegenheit gegen ihre Bundeskaderkollegin Grudnio und so sicherte sich Sophie souverän die Bronzemedaille und nebenbei die World-Games Qualifikation für 2025.
Frauen +70kg: Wie auch auf der EM profitierte die zweite Landestrainerin der Jugend, Anja Guercke, aufgrund ihrer Weltranglistenposition 1 von einem Freilos in der ersten Runde und zeigte anschließend der Montenegrinerin Vukcevic mit einem überlegenen 30:5 die Grenzen auf. Im anschließenden Halbfinale gegen die amtierende schwedische Europameisterin Emma Lette zeigte sie sich nochmal verbessert und lieferte einen spannenden & starken Kampf. Letztlich mit dem besseren Ende (10:16) für die Schwedin und dem Kampf um Platz 3 für Guercke. Hier drehte sie nach einem engen Kampf am Ende nochmal auf und sicherte sich mit einem Full-Ippon Sieg gegen ihre Vereinskollegin Feichtlbauer (AUT) den dritten Platz auf der WM.
Frauen -70kg: Die amtierende World-Games Siegerin Annalena Bauer startete nach einem Freilos gegen die Griechin Frroku, spätere Finalistin, und musste sich nach knappem Kampf letztlich mit 8:10 geschlagen geben und in der Trostrunde weiterkämpfen. Mit einer ordentlichen Portion Wut und Energie startete sie in die Trostrunde, gewann souverän gegen die Buscos (COL) und Pascu (ROU) und erwartete im kleinen Finale um den 3. Platz die junge Schwedin Alicia Johannson. Diese konnte Annalenas starken Atemi- und Wurftechniken nichts entgegensetzen und so sicherte sich die Würzburgerin überlegen die Bronzemedaille.
- Platz
Frauen -70kg: Die zweite deutsche Athletin in der Klasse bis 70kg zeigte ebenso eine starke Leistung, leider jedoch mit einem unglücklichen Ende. Nach einem vorzeitigen Sieg gegen die Kolumbianerin Buscos wartete in der nächsten Runde Chloe Lalande, die spätere Weltmeisterin und dieser lieferte Cheyenne einen starken Kampf, doch die erfahrene Französin war doch noch eine Nummer zu stark. In der anschließenden Trostrunde konnte sich Cheyenne deutlich gegen McGarry (GBR) durchsetzen, trat anschließend gegen die Österreicherin Julia Blawisch an und kämpfte hervorragend, bis sie sich bei einer Wurftechnik ihrer Gegnerin unglücklich am Knie verletzte und aufgeben musste. Dennoch lieferte Siegemund ein starkes Turnier ab mit dem 7. Platz, zudem wünschen wir ihr selbstverständlich eine gute & baldige Besserung!
Frauen -63kg: Franziska Freudenberger startete am selben Tag wie Büscher und begann direkt mit einem Freilos aufgrund ihrer Weltranglistenposition 1. Direkt im nächsten Kampf musste sich Freudenberger mit der starken Thailänderin Senatham messen, es entwickelte sich ein harter und knapper Kampf, welchen die spätere Weltmeisterin letztlich doch für sich entscheiden konnte. In der Trostrunde zeigte die bayerischen Jugendlandestrainerin dann nochmal ihr Potential, marschierte gegen die Griechin Menexi und die Französin Giet durch und siegte jeweils mit Full-Ippon. Auch gegen ihre Dauerrivalin Ferreira (FRA) lieferte Freudenberger ab, holte zahlreiche Punkte u.a. im Part 2, hatte jedoch nicht das größte Glück mit den Kampfrichterentscheidungen und verlor denkbar knapp in der Unterbewertung (14:14) gegen die spätere Dritte. Für Freudenberger ging somit ein gutes, letztlich aber nicht ganz so erfolgreiches Turnier mit dem 7.Platz zu Ende.
- Platz
Männer +94kg: Der diesjährige 5. der EM, Dominik Krauße, hatte direkt im ersten Kampf ein hartes Los, den späteren WM-Zweiten Soulis aus Griechenland. Noch nicht ganz im Turnier angekommen, musste sich Dominik leider vorzeitig geschlagen geben. In der anschließenden Trostrunde machte er seinen ersten Sieg gegen Abayev (KAZ) vorzeitig klar und durfte sich in der nächsten Runde mit dem Weltklasse Athleten Petruhkin (AIN) messen, holte starke Part 2 Ippons gegen den starken Judoka, musste sich unterm Strich aber nach gutem Kampf doch geschlagen geben. Letzten Endes ein respektabler 9. Platz.
- Platz
Männer -77kg: Der nächste Würzburger im Bunde, Johannes Aumüller trat in der am stärksten besetzten Klasse, Fighting männlich -77kg, an. Nach einer unglücklichen Niederlage in der ersten Runde gegen Alvarado (PAN) musste er direkt in der Trostrunde weiterkämpfen, gewann verdient gegen den Kongolesen Kinanga und danach auch gegen den Thailänder Aunjai. Eine Runde später war dann jedoch leider Schluss gegen Duisenkulov (KAZ), was somit einen 13. Platz für den erfahrenen Aumüller bedeutete.
- Platz
Am Sonntag, den 27.10 folgte dann der abschließende Team-Wettkampf der Weltmeisterschaft, wobei die bayerischen Starter Anja Guercke, Franziska Freudenberger, Sophie Büscher, Dominik Krausse, und Annalena Bauer für das deutsche Team antreten durften. Bei den Team-Wettkämpfen treten je Nation drei Männer und drei Frauen in weiter gefassten Gewichtsklassen gegeneinander an und das Team, welches mehr Siege erreicht, setzt sich letztlich durch. Bei Gleichstand entscheidet die Anzahl der höherwertigen (Full-Ippon) Siege.
In der ersten Runde musste Deutschland dann direkt gegen das starke kasachische Team antreten, lieferte dabei aber hervorragend ab. Nach Full-Ippon Siegen u.a. von Büscher und Bauer war der Sieg sicher und Deutschland war vorzeitig eine Runde weiter. Dort wartete das kleine, dafür aber umso stärkere Team aus Schwedin. Nachdem die Schweden die ersten drei Kämpfe für sich entscheiden konnte, wurde die Luft eng für die Deutschen. Als dann jedoch Franziska Freudenberger und Moritz Jägel weitere Punkte für Deutschland holen konnte und die Schweden in der dritten Frauenklasse keine Gegnerin stellen konnte, war klar, dass Deutschland im Finale gegen Frankreich steht. Diese zeigten nach Siegen gegen Niederlande und Kolumbien, dass sie extrem breit und stark aufgestellt und sehr erfahren sind. Das zeigte sich dann auch gegen das deutsche Team, welches unter anderem zwei Kämpfe in Führung liegend, dann noch knapp an die französischen Athleten abgeben mussten.
Wettkämpfe U16, U18 und U21:
Besonders hervorzuheben sind hier die beiden Jugend-Weltmeistertitel von Jennifer Hartock (U18 -57kg) und Jonathan Jost, die sich beide in ausgesprochen stark besetzten Teilnehmerfeldern durchsetzen konnten und mit beeindruckenden Leistungen die Goldmedaille sicherten. Auch die beiden Silbermedaillengewinner Sebastian Glöckl (U21 -94kg) und Julia Köhler (U21 -63kg) schafften mit starken Kämpfen gegen ihre internationalen Gegner den Sprung ins Finale und schrammten nur knapp am 1. Platz vorbei. In ihren kleinen Finals, den sogenannten Bronzefinals, waren die beiden Drittplatzierten Clara Hartel (U16 +63kg) und Viola Fritsche (U21 +70kg) erfolgreich und holten jeweils verdient die Bronzemedaille.











Peter Günther, JJVB









